Kiew Passt Heizkosten an Stromausfälle An

Angesichts wiederkehrender Unterbrechungen der Energieversorgung sehen sich die Bewohner der ukrainischen Hauptstadt mit der drängenden Frage konfrontiert, wie eine faire Abrechnung für Heizleistungen gewährleistet werden kann, wenn diese nur unregelmäßig zur Verfügung stehen. Das städtische Versorgungsunternehmen Kyjiwteplocomunenergo hat nun eine detaillierte Vorgehensweise vorgestellt, die darauf abzielt, die Heizkostenrechnungen präzise an die tatsächliche Dauer der Wärmeversorgung während Stromausfällen anzupassen. Diese Maßnahme soll für Transparenz und Gerechtigkeit sorgen, indem sichergestellt wird, dass die Bürger nur für die tatsächlich erhaltene Wärme bezahlen. Die Methodik unterscheidet dabei grundlegend zwischen Gebäuden mit und ohne installierte Wärmemengenzähler und berücksichtigt verschiedene Datenquellen, um eine möglichst genaue Erfassung der Ausfallzeiten zu ermöglichen. Während die grundlegenden Tarife für die Fernwärme unverändert auf dem Niveau des Vorjahres bleiben, liegt der Fokus der Anpassungen ausschließlich auf der verbrauchsabhängigen Berechnung, um den außergewöhnlichen Umständen gerecht zu werden.

1. Detaillierte Abrechnungsmodelle je nach Technischer Ausstattung

Die Grundlage für die Neuberechnung der Heizkosten bildet die technische Ausstattung der jeweiligen Wohngebäude, wobei zwei Hauptkategorien unterschieden werden. Für Haushalte in Gebäuden, die mit Wärmemengenzählern ausgestattet sind, gestaltet sich die Abrechnung unkompliziert und transparent: Die Kosten basieren ausschließlich auf den Messwerten, die den tatsächlich verbrauchten Wärmeverbrauch exakt erfassen. Komplexer ist die Situation in Gebäuden ohne solche Zähler. Hier erfolgt die Berechnung auf Basis der sogenannten Wärmelast des Gebäudes. Diese wird mit der tatsächlichen Anzahl der Stunden, in denen die Wärmeversorgung aufrechterhalten wurde, sowie der durchschnittlichen Außentemperatur des betreffenden Monats verrechnet. Um die genaue Dauer der Heizungsunterbrechungen zu ermitteln, greift Kyjiwteplocomunenergo auf eine Kombination verschiedener Datenquellen zurück. Dazu gehören eigene Aufzeichnungen über Betriebsunterbrechungen an den Wärmequellen, Meldungen von Gebäudeverwaltungen sowie präzise Informationen des Stromnetzbetreibers DTEK Kyjiw Electricity Networks über die Dauer der Notstromabschaltungen.

Eine Sonderregelung wurde für die rund 50 Gebäude in der Hauptstadt geschaffen, die über ein sogenanntes „unabhängiges“ Heizsystem verfügen, dessen Betrieb direkt von der Stromversorgung abhängig ist. In diesen Fällen stützt sich die Berechnung der Heizkostenrechnung primär auf die Daten, die vom Betreiber des Stromverteilungsnetzes in Kiew übermittelt werden. Zusätzlich wurde den Bewohnern oder Verwaltern dieser Gebäude die Möglichkeit eingeräumt, proaktiv eine Anpassung der Gebühren zu beantragen. Hierfür muss ein schriftlicher Antrag eingereicht werden, dem detaillierte Daten über das spezifische Wärmeversorgungssystem des Gebäudes sowie eine offizielle Bescheinigung über die genaue Anzahl der Stunden des Stromausfalls beigefügt sind. Diese proaktive Vorgehensweise stellte sicher, dass auch spezifische lokale Gegebenheiten berücksichtigt werden konnten und die Abrechnungen die Realität so genau wie möglich widerspiegelten, was das Vertrauen der Bürger in die Maßnahmen des Versorgungsunternehmens stärkte.

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