Cyberkriminalität in Deutschland: Umfrage zeigt alarmierende Trends

April 3, 2025
Cyberkriminalität in Deutschland: Umfrage zeigt alarmierende Trends

Cybersicherheit wird in Deutschland zunehmend wichtiger, wie eine neue Umfrage der Bitkom zeigt. Die Ergebnisse offenbaren beunruhigende Fakten über die Häufigkeit und den finanziellen Schaden von Cyberkriminalität in der Bevölkerung. Doch oft bleibt das Bewusstsein für die Ernsthaftigkeit solcher Vorfälle mangelhaft.

Formen der Cyberkriminalität

Betrug beim Online-Kauf

Einer der häufigsten Berührungspunkte der Bevölkerung mit Cyberkriminalität ist der Betrug beim Online-Kauf. 36 % der Befragten gaben an, Opfer dieser Art von Betrug geworden zu sein. Dabei werden entweder Waren nicht geliefert oder minderwertige Produkte verschickt. Diese Betrugsmasche führt häufig zu erheblichen finanziellen Schäden und Enttäuschungen bei den Opfern, die auf die Echtheit und Qualität der bestellten Waren vertraut haben. Die Täter nutzen oft täuschend echte Webseiten, gefälschte Online-Shops oder manipulierte Anzeigen auf bekannten Plattformen, um ihre Opfer in die Falle zu locken.

Die steigende Beliebtheit des Online-Shoppings hat dazu geführt, dass immer mehr Menschen dem Risiko ausgesetzt sind, beim Kauf betrogen zu werden. Besonders gefährdet sind hierbei wenig erfahrene Internetnutzer oder diejenigen, die bei unbekannten oder unzureichend geprüften Anbietern einkaufen. Die Zahl der betrügerischen Online-Kauffälle ist in den letzten Jahren stetig gewachsen, was deutlich macht, wie wichtig es ist, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen und wachsam zu sein, um sich vor solchen Angriffen zu schützen.

Phishing und Schadprogramme

Phishing-Angriffe sind ebenfalls weit verbreitet. 30 % der Befragten berichteten, dass sie durch gefälschte Nachrichten, E-Mails oder Telefonanrufe persönliche Informationen preisgaben. Phishing ist besonders gefährlich, da die Angreifer oft sehr geschickt vorgehen und die Nachrichten authentisch wirken lassen. Die Opfer sind sich häufig nicht bewusst, dass sie sensible Daten preisgeben, wie etwa Zugangsdaten zu Bankkonten, Passwörter und andere persönliche Informationen, die für kriminelle Aktivitäten missbraucht werden können.

Darüber hinaus wurden 24 % der Opfer von Schadprogrammen befallen, die auf ihren Endgeräten wie Smartphones installiert wurden. Schadprogramme, auch Malware genannt, können sich auf verschiedene Weise verbreiten, beispielsweise durch das Öffnen infizierter E-Mail-Anhänge, das Herunterladen unsicherer Apps oder das Besuchen kompromittierter Webseiten. Einmal auf dem Gerät installiert, können diese Programme großen Schaden anrichten, indem sie Daten stehlen, das System manipulieren oder sogar komplett lahmlegen.

Seltenere, aber aufkommende Bedrohungen

Deepfakes und Quishing

Die Nutzung von künstlicher Intelligenz in der Cyberkriminalität steckt noch in den Kinderschuhen. Lediglich 3 % der Befragten wurden durch sogenannte Deepfakes getäuscht. Deepfakes sind manipulierte Videos oder Bilder, die mittels fortschrittlicher Algorithmen erstellt werden, um realistische Fälschungen zu erzeugen. Diese Technologie kann dazu verwendet werden, Personen in kompromittierenden oder illegalen Aktivitäten darzustellen, die sie nie begangen haben, was erhebliche Auswirkungen auf ihre persönliche und berufliche Integrität haben kann.

Ein weiteres aufkommendes Phänomen ist Quishing, also der Betrug mittels QR-Codes, von dem bisher 2 % berichtet haben. Beim Quishing werden gefälschte QR-Codes verwendet, um Nutzer auf schädliche Webseiten zu leiten oder Malware herunterzuladen. Da QR-Codes zunehmend verwendet werden, beispielsweise für Zahlungen, Informationen oder Zugangskontrollen, erhöht sich das Risiko, dass Kriminelle diese Technologie für ihre Zwecke missbrauchen.

Online-Belästigungen und Bedrohungen

Einige Befragte haben sogar extrem belastende Formen von Cyberkriminalität erlebt. Dazu zählen sexuelle Belästigung im Internet (3 %), persönliche Bedrohungen (2 %), sowie Ransomware-Angriffe (2 %). Sexuelle Belästigung im Internet kann in Form von unerwünschten und unangemessenen Nachrichten, Bildern oder Videos auftreten und führt oft zu erheblichem emotionalen Stress für die Opfer.

Persönliche Bedrohungen und Ransomware-Angriffe gehören zu den schwerwiegendsten Formen der Cyberkriminalität. Bei Ransomware handelt es sich um Schadsoftware, die die Daten eines Nutzers verschlüsselt und für deren Freigabe Lösegeld verlangt. Diese Angriffe können das Opfer finanziell ruinieren und enorme Belastungen verursachen, da nicht nur der Zugriff auf wichtige Informationen und Dateien beeinträchtigt wird, sondern auch die Möglichkeit besteht, dass sensible Daten an Dritte weitergegeben werden oder für erpresserische Zwecke verwendet werden.

Reaktionen auf Cyberkriminalität

Hilferufe und Konsequenzen

Die Umfrage zeigt, dass nur ein Viertel der Opfer Anzeige bei der Polizei erstattet. Hingegen wandten sich 42 % der Opfer an die Plattformen, auf denen der Angriff stattfand, und 12 % haben daraufhin ihr Konto gelöscht oder gekündigt. Diese Zahlen zeigen, dass viele Betroffene versuchen, das Problem direkt bei den betroffenen Diensten zu lösen, statt rechtliche Schritte einzuleiten. Ein Großteil (22 %) ergriff keinerlei weitere Maßnahmen nach dem Vorfall, was darauf hinweist, dass viele Opfer resignieren oder nicht wissen, wie sie sich weiter verhalten sollen.

Meldeverhalten und potenzielle Gründe

Das geringe Meldeverhalten könnte auf Scham oder die Hoffnungslosigkeit einer Lösung zurückzuführen sein. Viele Opfer sind sich möglicherweise unsicher, ob eine Anzeige bei der Polizei zu einer Lösung führen würde, insbesondere wenn der Täter anonym bleibt oder sich im Ausland befindet. Zudem besteht oft die Sorge, dass der Aufwand und die bürokratischen Hürden für eine Anzeige zu hoch sind und keinen unmittelbaren Nutzen versprechen. Die Diskrepanz zwischen der Häufigkeit der Vorfälle und der Anzahl der gemeldeten Fälle deutet darauf hin, dass noch immer ein erheblicher Aufklärungsbedarf besteht. Schließlich könnte auch das Gefühl, dass es sich um ein persönliches Versagen handelt oder dass der Vorfall nicht schwerwiegend genug ist, eine Rolle spielen.

Maßnahmen zur Bekämpfung von Cyberkriminalität

Präventive Sicherheitsmaßnahmen

Um die Sicherheit zu erhöhen, könnten verstärkte Sicherheitsvorkehrungen bei Online-Käufen helfen. Dazu zählen sichere Zahlungsmethoden und verifizierte Verkäufer. Plattformen könnten ihre Überprüfungsverfahren verschärfen und regelmäßig Listen verdächtiger Anbieter veröffentlichen, um die Nutzer zu warnen. Zudem könnten Käufer selbst Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, indem sie vor einer Bestellung umfassend Forschungen anstellen und Bewertungen sowie Erfahrungsberichte anderer Nutzer lesen.

Auch erweiterte Aufklärungskampagnen über die verschiedenen Formen von Cyberkriminalität und deren Prävention sind essenziell. Schulen, Unternehmen und öffentliche Institutionen könnten regelmäßige Schulungen und Workshops anbieten, um das Bewusstsein für Cybersicherheit zu schärfen. Dabei sollte auf die Bedeutung einer starken Passwortsicherheit, die Erkennung gefälschter Nachrichten und das Verständnis für sichere Online-Praktiken hingewiesen werden. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Bevölkerung besser auf die möglichen Risiken vorzubereiten und ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, um sich effektiv zu schützen.

Unterstützung für Opfer

Cybersicherheit gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung, wie die neuste Umfrage von Bitkom zeigt. Die Resultate der Umfrage machen deutlich, dass Cyberkriminalität eine alarmierende Häufigkeit erreicht hat und der finanzielle Schaden, der damit einhergeht, erheblich ist. Dabei geht es nicht nur um den Verlust von Geld, sondern auch um sensible Daten, die in falsche Hände gelangen können. Cyberkriminelle nutzen immer raffiniertere Methoden, um ihre Opfer zu täuschen und auszunutzen. Trotz dieser bedrohlichen Entwicklung bleibt das Bewusstsein für die Ernsthaftigkeit solcher Vorfälle oft erschreckend niedrig. Viele Menschen unterschätzen die Gefahr und schrecken davor zurück, in geeignete Schutzmaßnahmen zu investieren. Firmen und Privatpersonen müssen daher dringend handeln, um sich besser zu schützen. Dazu gehört nicht nur technische Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, sondern auch regelmäßige Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen durchzuführen, um das Verständnis und die Achtsamkeit gegenüber Cyberbedrohungen zu erhöhen. Nur so kann der wachsenden Gefahr der Cyberkriminalität effektiv begegnet werden.

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