Flüchtlingsrat sucht Stimme für Menschenrechte

In einer Zeit, in der der öffentliche Diskurs über Migration und Menschenrechte zunehmend von polarisierenden Meinungen geprägt ist, setzt der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V. ein klares Zeichen für einen faktenbasierten und solidarischen Dialog. Mit der Ausschreibung für das Projekt „Stimme für Menschenrechte“ sucht der Verein nach engagierten Persönlichkeiten, die der wichtigen Arbeit für die Rechte geflüchteter Menschen ein Gesicht und eine weithin hörbare Stimme verleihen sollen. Diese Initiative zielt darauf ab, durch eine strategisch ausgerichtete und kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit eine fundierte Haltung zu den Kernprinzipien von Rechtsstaatlichkeit, Flucht und Asyl in der gesellschaftlichen Debatte zu verankern und somit einen Gegenpol zu Desinformation und Vorurteilen zu schaffen. Die neu zu besetzenden Positionen sind daher nicht nur eine berufliche Chance, sondern ein wesentlicher Baustein, um die Sichtbarkeit und Wirkung der seit über drei Jahrzehnten bestehenden Organisation zu stärken und die Lebensbedingungen von Schutzsuchenden in Sachsen-Anhalt nachhaltig zu verbessern. Die Standorte in Magdeburg, Stendal oder Halle (Saale) ermöglichen dabei eine breite regionale Präsenz.

Die Mission hinter der Stellenausschreibung

Stärkung des öffentlichen Diskurses

Das Kernanliegen des Projekts „Stimme für Menschenrechte“ ist es, die öffentliche Wahrnehmung und Diskussion rund um die Themen Flucht und Asyl aktiv und konstruktiv zu gestalten. In einer Medienlandschaft, die schnelle und oft verkürzte Darstellungen bevorzugt, ist es von entscheidender Bedeutung, differenzierte und menschenrechtsbasierte Perspektiven nachhaltig zu etablieren. Die zukünftigen Projektreferentinnen oder -referenten werden die zentrale Aufgabe übernehmen, die Positionen des Flüchtlingsrats in der Presse, den sozialen Medien und auf öffentlichen Veranstaltungen klar und überzeugend zu vertreten. Es geht dabei nicht nur um reaktive Stellungnahmen zu aktuellen Ereignissen, sondern vielmehr um eine proaktive Agenda, die komplexe Sachverhalte verständlich aufbereitet und für die Notwendigkeit von Solidarität und Rechtsstaatlichkeit wirbt. Die kontinuierliche Präsenz in verschiedenen Kanälen soll sicherstellen, dass die Stimme der Menschenrechte im Diskurs nicht nur gehört, sondern auch als relevanter und unverzichtbarer Beitrag wahrgenommen wird, der zur Versachlichung der Debatte beiträgt.

Seit seiner Gründung im Jahr 1994 agiert der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V. als eine unabhängige und landesweite Interessenvertretung, die sich unermüdlich für die Rechte und die Verbesserung der Lebensbedingungen von geflüchteten Menschen einsetzt. Die jahrzehntelange Erfahrung hat gezeigt, dass rechtliche Beratung und politische Lobbyarbeit Hand in Hand gehen müssen mit einer wirkungsvollen Öffentlichkeitsarbeit. Das neue Projekt stellt somit eine logische und notwendige Weiterentwicklung der Vereinsarbeit dar. Es soll die wertvollen Inhalte und Erkenntnisse aus den bestehenden Projekten bündeln und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. Indem die Organisation ihre Expertise und ihre klaren Haltungen noch stärker nach außen trägt, möchte sie nicht nur die politische Willensbildung beeinflussen, sondern auch das gesellschaftliche Klima in Sachsen-Anhalt positiv mitgestalten. Die Schaffung dieser neuen Stellen ist somit ein strategischer Schritt, um die Reichweite der eigenen Botschaften zu maximieren und ein starkes Netzwerk für Solidarität und Menschenrechte zu festigen, das über die Grenzen des Vereins hinauswirkt.

Ein breites und anspruchsvolles Aufgabenfeld

Die Verantwortung, die mit der Position der Projektreferentin oder des Projektreferenten einhergeht, ist ebenso vielfältig wie herausfordernd und erfordert eine Kombination aus strategischem Denken und praktischer Umsetzungskompetenz. Ein zentraler Bestandteil der Tätigkeit ist das souveräne öffentliche Auftreten als Gesicht und Stimme der Organisation. Dies umfasst die professionelle Vorbereitung und Durchführung von Interviews mit Pressevertretern, die Leitung von Pressegesprächen sowie die Repräsentation des Vereins bei Podiumsdiskussionen, Fachtagungen und anderen Veranstaltungen. Diese direkten Interaktionen sind unerlässlich, um die Anliegen des Flüchtlingsrats authentisch zu vermitteln, Netzwerke zu pflegen und die öffentliche Meinung im Sinne der Menschenrechte zu beeinflussen. Die Fähigkeit, komplexe juristische und politische Sachverhalte klar und zielgruppengerecht zu kommunizieren, ist dabei von entscheidender Bedeutung, um sowohl die allgemeine Öffentlichkeit als auch politische Entscheidungsträger zu erreichen und für die Belange geflüchteter Menschen zu sensibilisieren.

Neben der repräsentativen Funktion nach außen erfordert die Stelle eine ebenso intensive redaktionelle und konzeptionelle Arbeit im Hintergrund. Zu den Kernaufgaben gehört das eigenständige Verfassen von Pressemitteilungen, die eine hohe journalistische Qualität aufweisen, sowie die Erstellung von ansprechenden und informativen Inhalten für die verschiedenen Social-Media-Kanäle des Vereins. Die Entwicklung von fundierten Positionspapieren zu aktuellen politischen Entwicklungen bildet eine weitere wichtige Säule der Tätigkeit. Eine besondere Herausforderung stellt die Konzeption und Umsetzung einer umfassenden Fundraisingkampagne dar. Diese Kampagne ist von strategischer Wichtigkeit, um die finanzielle Unabhängigkeit des Vereins zu stärken und die langfristige Fortführung seiner Arbeit zu sichern. Die allgemeine Projektsteuerung, die Teilnahme an relevanten Gremien sowie die Organisation von Aktionen und Vorträgen runden das anspruchsvolle Profil ab und verlangen ein hohes Maß an Organisationstalent und Eigeninitiative.

Das Profil der gesuchten Persönlichkeit

Fachliche Expertise und persönliche Eignung

Das Anforderungsprofil für diese Schlüsselpositionen ist anspruchsvoll und verlangt nach Kandidatinnen und Kandidaten, die eine fundierte fachliche Expertise mit einem starken persönlichen Engagement für Menschenrechte verbinden. Eine unabdingbare Voraussetzung ist nachgewiesene Berufserfahrung in der politischen Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit. Bewerber müssen ein sicheres und professionelles Auftreten im Umgang mit Medienvertretern mitbringen und ihre Kompetenz in der strategischen Presse- sowie Social-Media-Arbeit bereits unter Beweis gestellt haben. Darüber hinaus sind Erfahrungen im Bereich des Fundraisings von großer Bedeutung, da die finanzielle Stärkung der Organisation ein wesentliches Projektziel darstellt. Fundierte Kenntnisse im komplexen Themenfeld Flucht und Asyl sind ebenfalls erforderlich, um die Inhalte glaubwürdig und kompetent vertreten zu können. Ein abgeschlossenes Hochschulstudium, beispielsweise in den Kommunikations-, Politik- oder Sozialwissenschaften, oder eine vergleichbare, durch berufliche Praxis erworbene Qualifikation wird als formale Grundlage für die anspruchsvollen Aufgaben erwartet.

Über die fachlichen Qualifikationen hinaus legt der Flüchtlingsrat besonderen Wert auf persönliche Eigenschaften und eine Haltung, die den Werten der Organisation entsprechen. Exzellente Deutschkenntnisse, die mindestens dem C1-Niveau des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens entsprechen, sind für die präzise Formulierung in Wort und Schrift unerlässlich. Eine offene, empathische und zielgruppenorientierte Kommunikationsweise ist entscheidend, um die vielfältigen Gesprächspartner – von geflüchteten Menschen über Journalisten bis hin zu Politikern – adäquat ansprechen zu können. Die Fähigkeit zur selbstständigen, strukturierten und verlässlichen Arbeit ist in einem selbstorganisierten Team mit flachen Hierarchien von großer Wichtigkeit. Besonders hervorgehoben wird im Anforderungsprofil die Sensibilität im Umgang mit Menschen, die Diskriminierungserfahrungen gemacht haben. Die Bereitschaft zur kritischen Selbstreflexion eigener Privilegien und gesellschaftlicher Positionierungen wird als Grundvoraussetzung für eine authentische und respektvolle Zusammenarbeit angesehen.

Ein attraktives Arbeitsumfeld mit sozialer Verantwortung

Als Arbeitgeber bietet der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V. ein Umfeld, das von Solidarität, gegenseitigem Respekt und einem hohen Maß an Mitgestaltungsmöglichkeiten geprägt ist. Die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden Teil eines engagierten und selbstorganisierten Teams, das sich durch flache Hierarchien und eine offene Kommunikationskultur auszeichnet. Der Verein setzt sich nicht nur nach außen für Antidiskriminierung ein, sondern lebt diese Werte auch intern, indem er sich aktiv mit Themen wie Empowerment und Machtstrukturen auseinandersetzt. Um die persönliche und berufliche Entwicklung zu fördern, werden regelmäßige Supervision sowie vielfältige Fortbildungsmöglichkeiten angeboten. Diese Rahmenbedingungen schaffen einen Arbeitsplatz, an dem nicht nur fachliche Expertise gefragt ist, sondern auch die Möglichkeit besteht, die strategische Ausrichtung und die Organisationsentwicklung des Vereins aktiv mitzugestalten und eigene Ideen einzubringen. Dies stellt eine einzigartige Chance dar, in einer sinnstiftenden Tätigkeit einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Zivilgesellschaft zu leisten.

Die praktischen Konditionen der Anstellung sind flexibel gestaltet, um unterschiedlichen Lebenssituationen gerecht zu werden. Der wöchentliche Stundenumfang kann zwischen 15 und 40 Stunden variieren, da die für das Projekt beantragten 45 Wochenstunden je nach Qualifikation und Interessen auf eine oder zwei Personen aufgeteilt werden können. Die Vergütung orientiert sich an der Entgeltgruppe E 11 des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD). Die Anstellung war zunächst projektbedingt bis zum 31. Dezember 2026 befristet, wobei eine Verlängerung explizit angestrebt wurde. Um die Vielfalt im Team zu stärken, ermutigte der Verein ausdrücklich Menschen mit eigenen Diskriminierungs- oder Fluchterfahrungen zur Bewerbung. Der Bewerbungsprozess, der bis zum 1. Februar 2026 lief, wurde bewusst niedrigschwellig gestaltet und erfolgte über ein Online-Formular ohne die Notwendigkeit eines Fotos. Mit dieser umfassenden und durchdachten Ausschreibung definierte der Flüchtlingsrat ein klares Profil für die zukünftige Stimme seiner Organisation und unterstrich sein Engagement für gelebte Diversität und Gerechtigkeit.

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