ERC Fördert LMU-Forschung für Klima und Autonomes Fahren

Die Verleihung von zwei prestigeträchtigen „Proof of Concept Grants“ des Europäischen Forschungsrats (ERC) an Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München markiert einen entscheidenden Schritt, um exzellente Grundlagenforschung in greifbare Lösungen für drängende gesellschaftliche Probleme zu überführen. Diese besondere Auszeichnung unterstreicht nicht nur die herausragende wissenschaftliche Qualität an der LMU, sondern fördert gezielt zwei hochinnovative Projekte in den zukunftsweisenden Bereichen des autonomen Fahrens und des Klimaschutzes. Damit wird die strategische Brücke zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und praktischer Anwendung geschlagen, was die Position der LMU als eine führende europäische Forschungsuniversität weiter festigt. Die Förderung ermöglicht es den Forschenden, das kommerzielle und soziale Potenzial ihrer Entdeckungen zu validieren und den Weg für deren Implementierung in Industrie und Gesellschaft zu ebnen, was ohne diese gezielte Unterstützung oft unmöglich wäre.

Von der Vision zur Verwertung

Die strategische Bedeutung der ERC Proof of Concept Grants liegt in ihrer einzigartigen Funktion als Bindeglied zwischen reiner Wissensgenerierung und anwendungsorientierter Innovation, wodurch sie eine kritische Lücke im europäischen Forschungsökosystem schließen. Diese Förderung richtet sich ausschließlich an Forschende, die bereits durch einen ERC Grant für ihre herausragende Grundlagenforschung ausgezeichnet wurden, was ein außergewöhnlich hohes wissenschaftliches Niveau der geförderten Vorhaben garantiert. Mit einer finanziellen Unterstützung von rund 150.000 Euro über einen Zeitraum von bis zu 18 Monaten erhalten die Wissenschaftler die notwendigen Ressourcen, um die technische und kommerzielle Machbarkeit ihrer Ideen zu überprüfen. Im Fokus stehen dabei die Entwicklung erster Prototypen, die Durchführung detaillierter Marktanalysen oder die Ausarbeitung von Lizenzierungsstrategien. Somit wirken diese Grants als entscheidender Katalysator, um bahnbrechende Konzepte aus dem Labor in die reale Welt zu überführen und ihnen den Weg in die praktische Anwendung zu ebnen.

Die wiederholte Zuerkennung von ERC Grants an die LMU, einschließlich dieser beiden Proof of Concept Grants, ist ein eindrucksvoller Beleg für die Spitzenstellung der Universität im europäischen Forschungsraum und ihre Fähigkeit, wegweisende wissenschaftliche Erkenntnisse hervorzubringen. Diese Erfolge spiegeln nicht nur die Exzellenz in der Grundlagenforschung wider, sondern auch die thematische Vielfalt, die von den Ingenieur- und Computerwissenschaften bis hin zu den Lebens- und Naturwissenschaften reicht. Die geförderten Projekte stehen exemplarisch für den Anspruch der LMU, Forschung nicht als Selbstzweck zu betreiben, sondern sie als Ausgangspunkt für die Entwicklung nachhaltiger Lösungen für zentrale gesellschaftliche Herausforderungen zu nutzen. Die Universität beweist damit ihre Rolle als Innovationsmotor, der die Verantwortung übernimmt, wissenschaftliche Durchbrüche aktiv in die Praxis zu überführen und so einen messbaren Beitrag zur Bewältigung globaler Krisen zu leisten.

Sicherheit und Nachhaltigkeit als Konkrete Ziele

Unter der Leitung von Prof. Dr. Majid Zamani, einem Professor für Informatik an der LMU, adressiert das Projekt „CertiLane“ eine der größten Hürden für die breite Akzeptanz und Einführung autonomer Fahrzeuge: den Mangel an verlässlichen und nachvollziehbaren Sicherheitsnachweisen. Da Fehlentscheidungen autonomer Systeme katastrophale Folgen haben können, ist die Zertifizierung ihrer komplexen Algorithmen eine zentrale Herausforderung für die Automobilindustrie und die Regulierungsbehörden. Das Projekt baut auf Professor Zamanis ERC-geförderter Grundlagenforschung auf und zielt darauf ab, formale mathematische Modelle zu entwickeln. Mit diesen Modellen sollen die Entscheidungsalgorithmen autonomer Fahrzeuge rigoros überprüft werden, anstatt sich ausschließlich auf empirische Daten aus Testkilometern zu verlassen. Das Ziel ist es, einen logisch belegbaren Sicherheitsnachweis zu erbringen, der eine neue Dimension der Verlässlichkeit und des Vertrauens in die Technologie ermöglicht und somit den Weg für zukünftige Zulassungsverfahren ebnet.

Das Projekt „BacForClimate“, geleitet von Prof. Dr. Benedikt Sabaß, einem Biophysiker mit Professuren an der LMU und der TU Dortmund, widmet sich einer der drängendsten Umweltfragen unserer Zeit: der Reduktion von Methanemissionen in der Landwirtschaft. Die Rinderhaltung ist eine der Hauptquellen des extrem potenten Treibhausgases Methan, dessen Klimawirkung kurzfristig die von Kohlendioxid um ein Vielfaches übersteigt. Bisherige Ansätze zur Minderung dieser Emissionen sind nur begrenzt praxistauglich. Aufbauend auf den Ergebnissen eines früheren ERC Starting Grants hat das Team um Professor Sabaß innovative molekulare Ansätze identifiziert, die den Methanausstoß im Pansen von Wiederkäuern drastisch senken könnten. Erste Laborversuche deuten auf ein beeindruckendes Reduktionspotenzial von über 70 Prozent hin. Der Proof of Concept Grant ermöglicht es nun, diese Wirkstoffe unter realen Bedingungen zu validieren und ihre langfristigen Auswirkungen auf die Tiergesundheit und Futterverwertung umfassend zu bewerten. Ziel ist die Entwicklung eines anwendbaren Futterzusatzstoffes, der einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz leisten könnte.

Ein Ausblick auf die Angewandte Forschung

Die Verleihung dieser Förderungen an die LMU war mehr als eine finanzielle Zuwendung; sie stellte ein strategisches Signal dar, das die Bedeutung des Forschungstransfers in den Fokus rückte. Es wurde deutlich, wie der Europäische Forschungsrat gezielt Anreize schuf, damit exzellente wissenschaftliche Arbeit nicht im akademischen Raum verbleibt, sondern eine direkte gesellschaftliche Wirkung entfalten kann. Die Projekte „CertiLane“ und „BacForClimate“ wurden zu Paradebeispielen dafür, wie aus hochspezialisierter Grundlagenforschung konkrete Perspektiven für eine sicherere autonome Mobilität und einen wirksameren Klimaschutz entstehen konnten. Die Ludwig-Maximilians-Universität festigte dadurch ihren Ruf als eine Institution, die nicht nur exzellente Forschung betrieb, sondern auch die Verantwortung übernahm, diese Erkenntnisse in die Praxis zu überführen und so einen Beitrag zur Lösung globaler Herausforderungen zu leisten.

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